Gestern hat Adidas die iPhone App “Urban Art Guide Berlin” released, die im Vorfeld für eher geteilte Meinungen gesorgt hat. Die App ist ein Führer durch die Berliner Graffitti & Street Art Landschaft, der regelmäßig durch Mitarbeiter der Firma aktualisiert weden soll.
Als ich das erste Mal davon gehört habe, war ich ehrlich gesagt ziemlich begeistert von der Idee. Als ich dann erfahren habe, dass die App von Adidas kommt, war ich vor allem gespannt, ob und wie sie den Spagat zwischen Subkultur und Werbung meistern – ein Paar, das von Natur aus nicht wirklich gut zusammen passt. Als internationaler Großkonzern begibt man sich immer auf sehr dünnes Eis, wenn man Underground- oder Jugendkultur zum Aufpolieren des eigenen Images oder als Profilschärfung benutzt.
Die App ist mehr gebrandet als erhofft, aber nicht mehr als erwartet. Der Hintergrund ist ziemlich klar und dezentes Branding ist anders. Das Adidas-Logo als Icon, ein Intro mit viel Marke und neben den Standorten der Street Art findet man in der App auch ganz bequem den nächsten Adidas-Store in seiner Nähe.
In der Galerie befinden sich derzeit 100 Einträge (incl. Shops) und die App bietet Touren wie die “Kreuzberg-Tour” oder die “Kleine Mitte Tour” an. Besonders auf letzterer wird es heute Nachmittag wahrscheinlich zu ein paar skurillen Szenen kommen, wenn um 14.00h die offizielle Pressevorführung der App stattfindet.
Wer den Urban Art Guide testen möchte, der sollte vielleicht sowieso bis Sonntag oder Montag warten. Zeitgleich zur Pressevorführung gibt es nämlich noch eine Urban-Art-Ralley, bei der Adidas zum 60ten Geburtstag an 60 Street Art Locations in Berlin (Achtung: Überraschung!) 60 Paar Schuhe verstecken wird… naja, Streetart meets Schnitzeljagd.
Dass der Urban Art Guide gestern bei mir alle 2-4 Minuten abgeschmiert ist und ich beim neu Laden keine Chance hat, um das Werbe-Intro herum zu kommen, mache ich jetzt mal niemandem zum Vorwurf – ist bestimmt ein Bug.
Meine Meinung: …immernoch geteilt.
Werbung: Definitiv! Trotzdem einen Download wert? Schon…denn abgesehen von der Kritik – die App an sich ist gut.
Im Endeffekt muss wohl jeder Street-Artist für sich selbst entscheiden, ob er sich durch die Aufnahme in die App geehrt oder benutzt fühlt.
Ebenfalls zum Thema:
The Voice of the Steet Ein User-Generated Street-Art-Guide, der sich momentan noch in der Betaphase befindet und der zum Ziel hat, eine Interaktionsmöglichkeit zwischen Künstlern & Betrachtern zu schaffen.
Eine sehr schöne Fotostrecke, die vor ein paar Monaten im art-Magazin erschienen ist: Ad-Hoch Street Art bzw. Street Art Skulpturen.
:) …kein weiterer Kommentar! 70er-Jahre Computerspiel meets Real-Life “a world invasion by the space invaders” (via Streetart Berlin Blog)






Ich bin ja nochmal gespannt, wieviel user generated content sich dann im Endeffekt so einfinden wird. Eigentlich bin ich immer recht begeistert von den adidas Kampagnen, da sie obwohl sie ganz offen und viel für sich werben, dem potentiellen Kunden immernoch einen Mehrwert bieten, und sei es nur Unterhaltung. Muss auch erst noch rausfinden, ob diese App mir wirklich was bieten kann…
now I’ll stay in touch..
March 21st, 2009 # 2